Hafen gefunden: Verzögerung entpuppt sich für Historisches Museum als echter Glücksfall

Historisches Museum FrankfurtDie Funde bei den Bauarbeiten zum Neubau des Historischen Museums entpuppen sich für das Haus als echter Glücksfall. Denn inzwischen haben die Archäologen des Museums entschlüsselt, was die Bauarbeiter beim Ausheben des Fundaments gefunden haben und was damit die Arbeiten zum Erliegen brachte: Zum Vorschein kamen gut erhaltene Überreste der mittelalterlichen Hafenanlage der Mainmetropole, die zum einen einen völlig neuen Blick auf Frankfurt als mittelalterliche Handelsstadt erlauben und zum anderen in dieser Form und Qualität nirgendwo sonst in Deutschland zu sehen sind.

Der bisherige Neubauplan des Historischen Museums, nach dem die Gebäude spätestens im Herbst 2015 stehen sollten, ist damit hinfällig. Museumsdirektor Jan Gerchow rechnet mit einer einjährigen Verzögerung, denn der Hafen wird als Attraktion in die Neubaupläne einbezogen. Dabei entsteht der Exponataufbau als Außenanlage und wird optisch sehr nahe an das ursprüngliche Aussehen des Hafens herankommen.

Man habe darüber diskutiert, den Hafen in die Gebäude zu holen, um ihn so auch bei Wind und Wetter zeigen zu können, schildert Gerchow, sich aber schließlich doch dagegen entschieden. Der Grundwasserspiegel des Mains liegt zu nahe an den Überresten. Diese sind deshalb feucht. Würde man sie in warme und trockene Räume verlegen, könnten diese ungünstig reagieren und zerfallen, so der Museumschef. Die Integration des Hafens treibt die Baukosten um 3,7 Millionen Euro in die Höhe. Formell muss dies noch vom Stadtparlament abgesegnet werden. Gerchow ist davon überzeugt, dass die Kommunalpolitiker sich nicht querstellen werden, sondern den Fund als „Chance begreifen“.

Bildquelle: EvaK / CC-BY-SA 2.5

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