Nach Morddrohung gegen Rabbiner: Kirchendezernent Becker will Zeichen setzen

Frankfurt MainbrueckenDer Schock in Frankfurt saß tief: Ein Unbekannter hatte einen Rabbiner angerufen, sich als Palästinenser mit Familie im Gaza-Streifen ausgegeben und erklärt, er werde 30 Juden in Frankfurt ermorden, sollte seinen Angehörigen durch die israelischen Luftschläge zu Schaden kommen. Wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtet, herrscht unter den jüdischen Bürgern der Stadt deshalb Angst. Viele gingen nicht mehr so auf die Straße, dass man sie sofort als Juden erkennen könne, heißt es. Kirchendezernent Uwe Becker, der eigentlich ein überzeugter Katholik ist, hat sich deshalb entschlossen, ein Zeichen zu setzen.

Mit Kippa gegen Antisemitismus

Becker trug einen Tag eine Kippa, um seine Soldarität mit den Frankfurter Juden zu bekunden. Er wolle dies keinesfalls als eine politische Stellungnahme zu Gunsten von Israel verstanden wissen, so der Dezernent. Doch er empfinde es als „unerträglich, dass Juden in Frankfurt Angst haben müssten, ihre Religion offen zu zeigen“. In der Stadt lebten die Mitglieder von rund 160 Religionsgemeinschaften friedlich zusammen – und dies solle auch so bleiben. Es ist jedoch vielsagend über die aktuelle Situation, dass bei seinem ersten öffentlichen Auftritt mit Kippa drei Jugendliche hinzutraten und Becker „Free Palestine“ zuriefen. Der hörte diese Worte aber nicht oder ignorierte sie bewusst.

Bild: EvaK (CC-BY-SA-2.5)

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