Ringen muss olympisch bleiben!

Die Welt des Ringersports ist zutiefst geschockt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) soll auf Empfehlung seiner Exekutive hin im September beschließen, Ringen ab dem Jahr  2020 aus dem olympischen Programm zu nehmen. Der Entscheidung liegt eine Analyse zu Grunde, in der alle Sommersportarten der Olympiade anhand von 39 unterschiedlichen Kriterien untersucht wurden, darunter Zuschauerzahlen, TV-Quoten, Verbreitung etc. Dabei schnitt Ringen sehr schlecht ab. Für aktive und ehemalige Ringer, für Funktionäre und Freunde des Sports war die Meldung ein Schlag ins Gesicht, zumal es keinerlei Vorzeichen für eine solche Entscheidung gab. Der Präsident des Weltverbandes Fila, Raphael Martinetti, ist mittlerweile von seinem Amt zurückgetreten.

 

Das drohende Aus hat unterdessen für eine ungewöhnliche Allianz gesorgt: Die Verbände der USA und des Iran wollen – gemeinsam mit Russland – für den Erhalt des Ringens als olympische Disziplin kämpfen. Es gibt also noch Hoffnung für den Sport, obwohl die meisten Experten davon ausgehen, dass der endgültige Beschluss auf der IOC-Vollversammlung im September nur noch eine reine Formsache ist.

Ringen hat eine lange Tradition

Der Ringersport kann auf eine Jahrtausende alte Tradition zurückblicken. Bereits um 3000 v.Chr. gab es Schulen in China, um 700 v.Chr. wurde er Teil der griechischen Olympiaden.

Zahlreiche Darstellungen aus der Antike belegen die lange Geschichte. In verschiedenen Varianten gab und gibt es Ringen in vielen Ländern der Welt, wobei das japanische Sumo wohl am bekanntesten sein dürfte.

Ringen bei den Olympischen Spielen

Bei den Olympiaden der Antike war Ringen sowohl Teil des Fünfkampfes als auch Einzeldisziplin. Die Athleten traten nackt gegeneinander an. Damals gab es noch keine Unterteilung der Wettkämpfer in Gewichtsklassen wie heute und keinen Bodenkampf. Wer den Gegner dreimal zu Boden warf, war Sieger. Bei den Olympischen Spielen der Neuzeit war Ringen von Anfang an im Programm, zuerst (1896) nur der griechisch-römische Stil, seit 1904 auch der Freistil. Bei letzterem ist der gesamte Körper der Kämpfer Angriffsfläche, bei ersterem nur der Oberkörper. Sollte der Beschluss des IOC endgültig sein, würde damit eine der ältesten olympischen Sportarten aussortiert.

Der Ringersport in Deutschland

Der Dachverband in Deutschland ist der Deutsche Ringer Bund (DRB), der sich in 20 Landesverbände mit mehreren Hundert Vereinen und insgesamt weit über 65.000 Mitgliedern aufteilt. Unter den 50 größten Sportverbänden im Land steht der DRB an 32. Stelle.

Auch die Frankfurter Ringer Szene ist geschockt von der aktuellen Entwicklung. Dies wird deutlich im Interview mit dem ASV Griesheim, einem alteingesessenen Traditionsverein.

Petition

Ringen muss olympisch bleiben! Die Olympischen Spiele dürfen nicht nur zum Schauplatz kommerziell erfolgreicher Sportarten degradiert werden, sondern sollten Rücksicht auf ihre eigene Tradition nehmen, die bis weit in die Antike zurückreicht. Ringen gehörte bereits im alten Griechenland zu den klassischen Disziplinen der Olympiade und ist auch seit dem Start der neuzeitlichen Olympischen Spiele im Programm. Das IOC sollte Rücksicht auf die Geschichte und Kultur des Ringersports nehmen und diese Tradition bewahren!

Like it on Facebook!

 

Deine Meinung ist uns wichtig

*

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmen Sie der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close