EZB – Die Europäische Zentralbank

Europäische ZentralbankFrankfurts Aufstieg zum Standort der Europäischen Zentralbank begann bereits im Jahr 1948. Zu dieser Zeit wurde von den alliierten Besatzungsmächten festgelegt, die deutsche Großstadt zu einem der bedeutendsten deutschen Finanzplätze zu erheben. Das Motiv, die bisherige Finanzstadt Hamburg nicht in den Rang des deutschen Finanzzentrums zu erheben, ist unbekannt. Frankfurt besitzt insbesondere den Vorteil einer bizonalen Verwaltung, welche eine zentrale geographische Lage besitzt. Genau diese Wahl prägte den wirtschaftlichen Standort Frankfurt, welcher heutzutage als umsatzstärkster Standort Deutschlands gilt.

Entwicklung zum nationalen und internationalen Knotenpunkt der Finanzwirtschaft

Viele Kreditinstitute suchten die Nähe zur Notenbank, welche den Geldmarkt steuern konnte. Die Frankfurter Wertpapierbörse konnte bereits nach wenigen Jahren ein erhebliches Umsatzwachstum verzeichnen, was auf die steigende Nachfrage nach DM-Anleihen und internationalem Kapital zurückzuführen ist. Angesichts der Situation, dass das System fester Wechselkurse im Jahr 1973 abgeschafft wurde (Bretton Wood System), sahen sich viele Finanzmarktakteure gezwungen sich in einer räumlichen Nähe zur Zentralbank anzusiedeln. So konnten frühzeitig Informationen über währungs- und geldpolitische Entscheidungen eingeholt werden. Die Frankfurter Devisenbörse verzeichnete ein schnelles Wachstum, was insbesondere auf die Devisenoperationen der Bundesbank zurückzuführen war.

Der Erfolg der Frankfurter EZB

Letztendlich konnte der Erfolg Frankfurts auf eine Stabilitätstradition zurückgeführt werden, welche dem Standort auch heutzutage noch ein internationales Prestige verleiht. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass Frankfurt nach einer Entscheidung aus dem Jahr 1993, im Jahr 1998 Sitz für die Europäische Zentralbank wurde.

Die Geschichte der Frankfurter Großmarkthalle

Ohne die Europäische Zentralbank würde es die Frankfurter Großmarkthalle wohl nicht mehr geben. Der neue Sitz für die Europäische Zentralbank in Frankfurt besitzt einen 185 Meter hohen Doppelturm, welcher dem der 1928 errichteten Großmarkthalle ähnelt. Der Bau der Europäischen Zentralbank war der letzte Rettungsanker für die Großmarkthalle. Tatsächlich haben der seit dem Jahr 2004 andauernde Leerstand und ein Sanierungsstau der Halle derart zugesetzt, dass diese als gefährdetes Denkmal eingestuft werden konnte. Im Jahr 2010 wurde mit den ersten Arbeiten auf dem zwölf Hektar großen Gebäudekomplex begonnen. Die Großmarkthalle soll als Durchgang dienen, der den Doppelturm mit der Europäischen Zentralbank verbindet. Gegen diesen Eingriff in die denkmalgeschützte Großmarkthalle wurde im Jahr 2008 durch den Erben Elsaaessers geklagt – ohne Erfolg.

10.12.2010 / BOR

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