Normalerweise ist das Liebighaus ein Ort, an dem die Besucher die Werke großer Meister der Bildhauerei bewundern können. Bis zum 23. September wagt das Museum am Schaumainkai allerdings ein spannendes Experiment, denn der bekannte Pop-Art-Künstler Jeff Koons darf bis dahin eine eigene Ausstellung mit dem Titel „The Sculptor“ durchführen, in der beispielsweise ein aufblasbarer Hulk zu sehen ist.
Moderne Kunst gegen die alten Meister
Die Besonderheit der Ausstellung von Koons liegt darin, dass dieser seine Arbeiten gegen die alten Meister direkt antreten lässt. Die Ausstellung ist in die eigentliche Sammlung des Liebighauses integriert worden. Dies bedeutet, die Zuschauer sehen im Wechsel die klassischen Statuen und die Pop-Art-Kunst, die scheinbar direkt Hollywood-Filmen entsprungen zu sein scheint. Koons will so konfrontieren und darauf aufmerksam machen, wie Konsum und Begehrlichkeit klassische Werte zurückdrängen können. Zu sehen sind insgesamt 44 Objekte des amerikanischen Künstlers, dabei erstmals auch neue Werke aus der „Antiquity“-Serie von Koons.
Geteiltes Echo
Aber schafft es der Künstler auch, seine eigenen Ziele zu erfüllen? In Frankfurt selbst zeigten sich verschiedene Kritiker sehr von der Ausstellung angetan und urteilten, ihr gelinge gekonnt das Zusammenspiel von Erhabenheit und Banalität. Sie lobten explizit auch die Komik, die Koons immer wieder gekonnt einsetze. Nicht so freundlich urteilte die „Süddeutsche Zeitung“. Dem Künstler ginge es nur um die Macht des Geldes, das für seine Arbeiten bezahlt werde, heißt es dort. Dies sei jedoch noch kein ästhetisches Argument, denn wofür man heute viel bezahlen müsse, dies könne morgen möglicherweise schon wieder als Ramsch aussortiert werden. Diese unbestechliche Auswahl müssten jedoch die Museen treffen. Koons demonstriere, dass er von bleibender Kunst nichts verstehe.
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